Zur entsprechenden Pressemitteilung der BStU

 

Mit einer Pressemitteilung, die in ihrer martialischen Aussage die eigene Argumentationsschwäche überdecken soll, versucht die BStU die Absage ihrer Teilnahme an der für Mitte Juni 2007 geplanten wissenschaftlichen Tagung der süddänischen Universität zur Hauptverwaltung Aufklärung des MfS zu rechtfertigen.

Darin ist von Verbrechen des MfS einschließlich der HVA die Rede. Peinlich ist nur, dass die BStU trotz eines  Mitarbeiterstabes von bis zu 3.000 Personen offenbar auch nach mehr als 15 Jahren nicht in der Lage ist, diese Verbrechen aufzulisten. Auch der Petitionsausschuss des Bundestages sieht sich nach mehr als einem Jahr bisher sichtlich nicht imstande, eine Anfrage in der gleichen Richtung zu beantworten.

Der Gipfel der Ignoranz ist es, den Mitarbeitern des MfS zu unterstellen, sie hätten nichts zur Aufklärung über die Tätigkeit des MfS beigetragen. Mittlerweile liegen weit mehr als 100 ausführliche, mit aussagekräftigen Fakten belegte Publikationen vor. Die angeführten Fakten wurden bisher noch nicht einmal ansatzweise in Zweifel gezogen. Worum es geht, ist die Wertung und Deutung dieser Fakten. Diejenigen, die die DDR unter einem Lügenberg begraben wollen, haben naturgemäß andere Ansichten, als Menschen, die in der DDR den besseren deutschen Staat gesehen haben.

Von Mitarbeitern des MfS zu verlangen, sich dem angemaßten Deutungsmonopol der BStU unterzuordnen ist genauso weltfremd, als würde man aktuell von den Gipfelgegnern fordern, sie möchten sich gefälligst auf den Standpunkt der Gipfelbefürworter stellen.

Es sei laut BStU nicht zu erkennen, wie die Beiträge der eingeladenen ehem. HVA-Mitarbeiter von der Tagungsleitung hermeneutisch reflektiert werden sollen. Eine wissenschaftliche Tagung also, deren Ergebnis von vornherein feststehen soll und die das Wahrheitsmonopol der BStU nicht antasten darf.

Dem könnte doch abgeholfen werden. Vielleicht wäre es möglich, den Film „Das Leben der anderen“ allen Tagungsteilnehmern obligatorisch vorzuführen. Oder Herr Knabe könnte seine als Propaganda-Kompanie agierenden Opfer aufmarschieren lassen.  Sie könnten dann doch frei nach Hans-Eberhard Zahn in der Exklusivität der Situation etwas behaupten, was so nicht stimmt. Ihre Äußerungen stehen doch ohnehin außerhalb jeder Kritik.

 

Wolfgang Schmidt

07.06.07