Die MfS-Akten des BStU-Chefs Roland Jahn

Im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ Nr. 19/2013 wird in einem kurzen Beitrag über die „demotivierte Belegschaft“ der Jahn-Behörde berichtet. Das ist möglicherweise nachvollziehbar angesichts der wenig überzeugenden Argumente für einen Fortbestand der BStU über das Jahr 2019 hinaus.

Die eigentliche Sensation wird in diesem Artikel aber beiläufig mitgeteilt: „Als Jahn 2011 die Behörde übernahm, händigte er dem Amt Original-Stasi-Akten aus…“ Angeblich hätten sich diese Akten im Nachlass seines verstorbenen Vaters befunden. „Behördenmitarbeiter vermuten hingegen, Jahn habe jahrelang unrechtmäßig Originalakten besessen.“

Die Behördenmitarbeiter wissen natürlich besser als jeder andere, dass Originalakten durch sie nicht herausgegeben wurden und werden, immer nur Kopien mit den üblichen Schwärzungen.

Woher stammen also diese Akten wirklich? Aus der Beute von westlichen Geheimdiensten in der Umbruchzeit oder aus dem Fundus sog. Bürgerrechtler, die solche Akten Anfang der 90er Jahre in größerer Zahl vornehmlich an Journalisten verhökerten? Sind sie überhaupt noch vollständig oder wurden sie „bereinigt“? Zeigen sie noch den vollen Umfang der Kenntnisse des MfS über Roland Jahn? Enthalten sie noch den von ihm eigenhändig unterschriebenen Antrag auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR?

Lassen wir uns überraschen, ob diese Fragen jemals beantwortet werden.

 

W. S.

09.05.2013