Präsidiale Weihe für eine unseriöse Einrichtung

 

Am 14.11. besuchte Bundespräsident Horst Köhler die „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“.

Wie „Bild“ dazu berichtete habe sich der 1,78 Meter große Köhler in eine 1,62 hohe „Beugehaft-Zelle“ gezwängt. Dort hätten Häftlinge Höllenqualen gelitten. „Stasi-Opfer“ Dieter von Wichmann, der den Bundespräsidenten geführt hatte, wäre dort vier Monate eingekerkert gewesen.

Die Vernehmungsprotokolle im Fall Wichmann sind in der Birthler-Behörde einsehbar. Glaubwürdigen Hinweisen zufolge geht aus ihnen hervor, dass Herr Wichmann vom ersten Tag seiner Untersuchungshaft an voll geständig war. Damit hätte es keinerlei Grund gegeben, ihn in eine „Beugehaft-Zelle“ einzusperren. Es gab dazu allerdings auch keine Möglichkeit, da diese Zelle zum Zeitpunkt der Haft von Herrn Wichmann (1963) ein Lagerraum war, der erst nach 1990 wie auch andere Grusel-Attraktionen der „Gedenkstätte“ (z.B. die sog. Wasserfolterzellen)  „rekonstruiert“ wurde.

Offen bleibt, wie lange das laute Geschrei vom angeblichen Geschichtsrevisionismus ehemaliger „Stasi-Offiziere“ ausreicht, um jede sachliche Kritik an der von Hubertus Knabe geleiteten „Gedenkstätte“ zu unterdrücken.

Wolfgang Schmidt

19.11.2006