Berlin, den 28.11 2007 

 

Erklärung

 

Als ehemaliger Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) distanziere ich mich energisch von der Äußerung des Herrn Jürgen Strahl auf der Konferenz „Hauptverwaltung A, Geschichte/ Aufgaben/ Einsichten“ am 17. und 18. November 2007 an der Süddänischen Universität in Odense.

Ich weiß mich darin einig mit den ehemaligen Mitarbeitern des MfS/AfNS. Das beweist eine Flut von empörten Stellungnahmen aus diesem Kreis. Herr Jürgen Strahl, ehemals Hauptmann der HVA des MfS, verglich auf dieser Konferenz bei der Möglichkeit des Publikums, Fragen an die Referenten zu stellen, das Todesurteil gegen den ehemaligen Mitarbeiter der HVA des MfS Werner Teske und seine Vollstreckung 1981 mit der Ermordung Stauffenbergs durch die Faschisten am 20. Juli 1944.

Die faktische Gleichstellung der DDR mit dem Hitlerfaschismus ist eine Beleidigung aller, deren Maxime der Antifaschismus ist.

Zu den Gründern des MfS gehörten viele Kämpfer gegen den Faschismus. Sie prägten den Geist des Antifaschismus in diesem Organ.

Mit seiner Äußerung steht Strahl allein. Von ihr auf die Denkweise der Mitarbeiter des MfS zu schließen und eine neue Kampagne, ja Pogromstimmung, gegen die „Stasi“ auszulösen, ist dem Antikommunismus geschuldet und absolut unzulässig.

 

Dr. Wolfgang Schwanitz

Generalleutnant a. D.