Richtigstellung zu einer Falschdarstellung im auf der BStU-Web-Seite veröffentlichten Abkürzungsverzeichnis betreffs Sondernetz 1

 

Wahrheit, Wirklichkeit, Desorientierung

 

Genannte Website desorientiert alle freien, mündigen und vor allem unwissenden Bürger der BRD wieder einmal mit einer Lüge über das MfS, die meilenweit von der Wahrheit entfernt ist. So wird im Abkürzungsverzeichnis dieser Website behauptet, das "S1- Sondernetz 1 - sei ein MfS-eigenes Fernmeldenetz-SoK". (SoK- wird auf der Website als Sonderkabel(netz) S1, bezeichnet) 

Eine absolute Unwahrheit, doch die sich dahinter verbergende Absicht ist nicht neu. "Neben der verteufelten Arbeit gegen das eigene Volk" hatte das MfS sogar ein eigenes internes Fernmeldenetz zur Kommunikation und Verwaltung ihrer "Schandtaten".

Das ist die Wirklichkeit wie sie verbreitet wird aber nicht die Wahrheit. Die folgende Erklärung zum Sachverhalt führt zwangsläufig alle Leser zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit der von der Website des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR verbreiteten Darstellung, zugleich Funktion, Rolle und Aufgaben dieser Einrichtung im Interesse einer sachlichen, objektiven und wahrheitsgemäßen

Aufarbeitung von Geschichte der DDR. 

Das S1 mit der Tarnbezeichnung "Sondernetz 1" ist gemäß Beschluss des NVR (Nationaler Verteidigungsrat) der DDR vom 16.12.1977 als "Integriertes Stabsnetz der Partei- und Staatsführung der DDR und der bewaffneten Organe" in Verantwortung des Ministeriums für Nationale Verteidigung geschaffen worden. Die Planung, Dimensionierung, Errichtung wurde vorrangig durch die Zentralstelle für Nachrichtennetze (ZfN) - eine umprofilierte Dienststelle der NVA in Niederlehme, durchgeführt. Als militärische Schaltorganisation für dieses Netz wurde die Dienststelle "Zentralstelle für Schaltung und Betrieb (ZfSB)" in Strausberg geschaffen und dem Chef Nachrichten im Ministerium für Nationale Verteidigung unterstellt. Auch Sonderkabel lagen dem Netz nicht zugrunde, es basierte auf Leitungswegen, die aus dem Grundnetz des Staatlichen Nachrichtenwesens (GSN) der Deutschen Post der DDR angemietet (Mietleitungen) und von allen Bedarfsträgern, auch dem MfS anteilig zu bezahlen waren.

Das Netz blieb bis zum Ende der DDR das "Integrierte Stabsnetz der Partei- und Staatsführung und bewaffneten Organe", welches für den Fernsprech-, Fernschreib- und Datenverkehr genutzt wurde. Es wurde in Verantwortung der NVA geführt und bot im September 1990 die technische Möglichkeit zur Herstellung von Fernmeldeverbindungen in das Grundnetz der Bundeswehr. Mit dieser Sachaussage sollte die Unwahrheit widerlegt sein, das Sondernetz 1 war kein MfS-eigenes Fernmeldenetz auf der Basis von Sonderkabeln.

 

Dipl.-Ing. Oberst a.D. Joachim Kampe

ehem. Leiter der Hauptnachrichtenzentrale des MfNV

 

Anmerkung:

Die BStU wurde per E-Mail aufgefordert, die o. g. Falschdarstellung in ihrem Abkürzungsverzeichnis zu entfernen bzw. zu korrigieren.