Die letzten Gefangenen des Kalten Krieges

 

Drei ehemalige Kundschafter der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS wurden in den USA zu extrem langen Haftstrafen verurteilt. Sie wurden Opfer des Verrates der sog. Rosenholz-Dateien an die CIA. Obwohl sie die für die Auslandsaufklärung der DDR interessanten Positionen in den USA erst erreichten, als es die DDR (und die HV A des MfS) schon gar nicht mehr gab, wurden sie 1998 bzw. 1999 zu sehr hohen Haftstrafen verurteilt.

 Am 09. Oktober 2015 wurde nun die letzte der Inhaftierten, Theresa Squillacote nach 18 Jahren und 5 Tagen aus der politischen Strafhaft entlassen werden. In den letzten 9 Monaten konnte sie sich bereits als Freigängerin in der Haftanstalt Brooklyn von New York auf ihre Reintegration in das gesellschaftliche Leben vorbereiten.

Das „Neue Deutschland“ berichtete am 28. Juli 2006 ausführlich über die Schicksale dieser Kundschafter, die ihren kommunistischen Überzeugungen treu geblieben sind und wohl auch deshalb so hart bestraft wurden.

 

Hier die wichtigsten Angaben:

 

Kurt Alan Stand

geboren am 05.11.1954 in New York,

Freier Journalist, wohnhaft gewesen in Wa­shington, DC,USA

Verheiratet mit Lisa Foley Stand (seit 2003)

zwei Kinder aus der Ehe mit Theresa Squillacote (Karl, geb. 1981, und Rosa, geb. 1984)

Verhaftet am 4.10.1997, schuldig gesprochen wegen Verschwörung zur Spionage im Oktober 1998, verurteilt zu 17 Jahren Haft am 22.01.1999

Nach mehr als 15 Jahren Haft unter Auflagen freigelassen

 

Theresa Marie Squillacote

geboren am 10.11.1957 in Chicago

grad. Juristin, 1993-1997 tätig gewesen in der Rechtsabteilung des US-Verteidigungsministeriums

Geschieden, zwei Kinder aus der Ehe mit Kurt Stand

Verhaftet am 4.10.1997, schuldig gesprochen wegen Verschwörung zur Spionage im Oktober 1998, verurteilt zu 21 Jahren Haft am 22.01.1999

 

James Michael Clark

geboren am 01.04.1954 in Lowel, Mass. USA

1990-1996 Angestellter im US-Verteidigungsministerium, wohnhaft gewesen in Alexandria, VA

Ledig

Verhaftet am 4.10.1997, im Oktober 1998 schuldig gesprochen wegen Spionage, am 4.12.1998 verurteilt zu 12 Jahren, 7 Monaten Haft,

nach 11 Jahren freigelassen, stand die kommenden fünf Jahre aber noch unter Aufsicht.