So ließ mich die Stasi foltern

Mit dieser Überschrift berichtete der „Berliner Kurier“ am 12.03.2013 über einen Christian Steiniger, der behauptet, 1971 als 18-Jähriger nach einem misslungenen Fluchtversuch in Bulgarien skalpiert worden zu sein.

Wörtlich: „Weil Staudinger nicht kooperiert, greift der Stasi-Mann zum Telefon, bellt etwas auf Bulgarisch in den Hörer. Kurz darauf stürmen drei Grenzer in den Raum, zerren Staudinger nach nebenan auf einen Friseurstuhl. Hier werden ihm mit einer Schafschere die Haare „ausgerissen“. „Das tat höllisch weh. Ich, dachte, nun wäre es vorbei. Aber der nahm ein Rasiermesser in die Hand. Vier-, fünfmal hat der mir die Kopfhaut von vorn nach hinten aufgeritzt. Es hat sich angefühlt, als ob es bis auf den Knochen runter ginge.“

Im „Kurier“ heißt es dann weiter: „Heute verarbeitet Christian Steiniger das Erlebte in Kunst, malt beeindruckende Bilder. Sie handeln von Gewalt und Folter. Bald will er sie in einer Ausstellung im ehemaligen Stasi-Knast in Erfurt ausstellen.“

Dazu ein Kommentar:

Da freue ich mich doch heute auf einen neuen Papst und was lese ich im Kurier: Den Christian haben sie in Bulgarien skalpiert und das mit 18! War denn das Bürschchen dort auf dem Kriegspfad und hat ihm seine Mutter nicht gesagt, dass die Indianer mit einem Rundschnitt skalpieren und den Skalp als Trophäe mitnehmen und hat ihm denn keiner gesagt, dass die Indianer in Nordamerika leben und nicht irgendwo in Bulgarien. Und hat ihm denn seine Mutter auch nicht gesagt, wie eine Grenze aussieht? Egal was der liebe Christian so daher behauptet, es steht doch sicher in seiner Akte und sicher gibt es dort auch ein Bild vom skalpierten Christian – können Sie das nicht mal veröffentlichen? Nicht aus Neugier, sondern ganz einfach um mal zu sehen wer perfekter im Skalpieren war – die Indianer oder die Stasi. Ach ja, Skalpierte haben nach einer solchen Aktion eine holprige Glatze, wenn sie das überlebt haben. Aber selbst wenn der liebe Christian erste Anzeichen von Alzheimer zeigt und sich nicht so genau erinnern kann, wogegen er mit dem Kopf gerannt ist, soll er mal bei Jahn einen Antrag stellen, der hat bestimmt ein Opferfoto von ihm ohne Skalp. Außerdem gab es da ja noch eine Stelle in Salzgitter, bei der man jede ungerechte Stasi-Skalpierung und sonstige Schweinereien anzeigen konnte. Hat er das nicht und kommt erst jetzt mit seiner Räuberpistole weil er seine „Kunstwerke“ nicht los wird und Geld braucht? Da sind schon Zweifel an seiner Story angebracht.

Nachbemerkung:

Gegenargumente bügelt der „Kurier“ weg mit dem Satz: „Die tiefen Narben auf Christian Staudingers Kopf erzählen indes eine andere Geschichte.“  Dann zeigt der „Kurier“ auch noch fünf Bilder von Christian Staude und seinen Kunstwerken. Das Bild mit den Narben wurde dabei allerdings rein zufällig vergessen.