Anmerkung zu:

 

Hg. Dieter Krüger/Armin Wagner:
Konspiration als Beruf - Deutsche Geheimdienstchefs im Kalten Krieg

Ch.Links Verlag, Berlin 2003

 

Im Vergleich mit den gängigen Betrachtungen zu deutschen Geheimdienstfragen ist dieses ausschließlich von westdeutschen Autoren verfaßte Buch ein großer Fortschritt. Während bisher, soweit das MfS betroffen ist, meist eine Darstellung des historischen Kontextes und der Duelle im Dunkel geheimdienstlicher Konfrontation vermieden werden, findet in diesem Buch solch manipulierende  Ausblendung nicht statt. Unter einem Buchdeckel werden in Gestalt ihrer ersten Chefs die Geheimdienste beider deutscher Staaten und ihre Praxis erörtert. Die biografischen Essays sind in dieser Reihenfolge „vermischt“: Wilhelm Zaisser – Friedrich Wilhelm Heinz – Richard Stahlmann – Fritz Tejessy – Karl Linke – Otto John – Ernst Wollweber – Reinhard Gehlen – Erich Mielke – Gerhard Wessel – Markus Wolf. Zwar sind die einzelnen Beiträge unterschiedlich gelungen. Gemeinsam ist ihnen jedoch eine kritische und überwiegend quellengestützte und seriös belegte Sachlichkeit.

 

Wolfgang Hartmann