Information aus Jour fixe 01/99

 

Zwei deutsche Staaten in der Geschichte - Hrsg.: Gerhard Fischer, Hans-Joachim Krusch, Hans Modrow, Wolfgang Richter, Robert Steigerwald: Gegen den Zeitgeist. GNN Verlag

Zusammen mit einem Geleitwort von Ernst Engelberg enthält der Band die Beiträge von Horst Bednareck, Michael Benjamin, Harri Czepuck, Gerd Deumlich, Stefan Doernberg; Gerhard Fischer, Hans-Joachim Gutjahr, Nina Hager, Erich Hahn, Uwe-Jens Heuer, Klaus Höpcke, Helga Herz, Detlef Joseph, Günter Judick, Heinz Kallabis, Heinz Karl, Lorenz Knorr, Hans-Joachim Krusch, Ekkehard Lieberam, Leonhard Mayer, Hans Modrow, Gerhard Naumann, Harald Neubert, Georg Polikeit, Erhard Richter, Wolfgang Richter, Gregor Schirmer, Fritz Rische, Fritz Rösel, Ulrich Sander, Horst Schneider, Erich Selbmann, Manfred Sohn, Horst Spaar, Peter Steglich, Robert Steigerwald, Fritz Streletz, Wolfgang Triebel - insgesamt 39 Autoren aus Ost und West ziehen im 50. Jahr der Gründung der BRD und der DDR Bilanz. Sie untersuchen den Entstehungsprozeß der beiden deutschen Staaten in seinen historischen und internationalen Zusammenhängen. Wirtschaft, Gewerkschaften und Sozial-politik, politisches System und Rechtsordnung, Antifaschismus, die Lage der Frauen, Bildungswesen und Kultur, Gesundheitswesen und Sport, Außen- und Sicherheitspolitik, die politisch-militärische Integration der beiden deutschen Staaten, ihre Leistungen und Defizite werden im Vergleich der beiden so unterschiedlichen Gesellschaftssysteme analysiert. Erörtert werden die politische Wende in der DDR 1989/1990 und ihr Anschluß an die BRD mit seiner jahrzehnte-langen Vorgeschichte und in seinen grundlegenden Aspekten, die Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in ganz Deutschland, die Situation ein knappes Jahrzehnt nach dem Ende der Zweistaatlichkeit, innen- und außenpolitische Faktoren, schließlich das Problem, wie sich die Kräfte für einen demokratischen Ausweg formieren könnten. Der Band stellt das gemeinsame Werk von Vertretern zahlreicher Fachdisziplinen, das Ergebnis eines partei- und organisationsübergreifenden Zusammenwirkens dar. Der Bogen dieses Buches ist weit gespannt. Es greift entschieden in Auseinandersetzungen am Ausgang unseres Jahrhunderts ein.

Aus: GBM-Informationen 1-2/99)

 

 

Aus den Erinnerungen der Kinderärztin
Prof. Dr. Ingeborg Rapoport:

"Der Mangel an Vertrauen in die Menschen war ein tragischer Wesenszug, der sich durch Partei- und Staatsführung von der Gründung bis zum Ende der DDR zog. So schmerzlich ich ihn empfand, so bitter hemmend er sich auswirkte, so sehr konnte ich ihn doch auch verstehen. Er entsprang der berechtigten angstvollen Einschätzung, daß die Existenz dieses "ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden" in jedem Moment seiner vierzigjährigen Geschichte vom Untergang bedroht war. Aber wie viele intellektuelle Quellen blieben dadurch unerschlossen, wie viele Menschen furchtsam umgangen, nicht für uns gewonnen und sogar von uns gestoßen."

"Meine ersten drei Leben" Erinnerungen - edition ost, Berlin 1997