Stasi -"Spiegel" ("ND", 21.01.1994)

 

Zum Artikel "DDR-Spiegel" auf der Medienseite am 7. Oktober schreibt Wolfgang Schmidt:

 

Dazu kann ich Ihnen mitteilen, dass dies nicht der einzige derartige Versuch war. Durch die Hauptabteilung XX des MfS wurde im Januar 1979 angesichts des Desasters der Biermann-Ausbürgerung und des nachfolgenden Exodus namhafter Kulturschaffender der DDR u.a. der Vorschlag unterbreitet, ein "Unabhängiges sozialistisches Nachrichtenmagazin" zu gründen. Dieses Magazin sollte sich vor allem an Intellektuelle wenden und sowohl gesellschaftskritische Betrachtungen als auch kontroverse Debatten zu ungelösten gesellschaftlichen Problemen beinhalten. Es war beabsichtigt, dieses Nachrichtenmagazin durch das MfS zu steuern und mit Informationen zu versorgen. Auf welcher Ebene die Ablehnung erfolgte, ist mir nicht bekannt. Das "Aus" für dieses Projekt verkündete der Stellvertreter des Ministers, der kürzlich verstorbene Rudi Mittig, mit den Worten: "So etwas entspricht nicht unseren Prinzipien."