Zum Denkmal des Monats (Rathausnachrichten vom 03.09.2011)

 

Die Erhebung der umstrittenen Gedenkstätte Hohenschönhausen zum „Denkmal des Monats“ macht aus ihr ebenso wenig eine seriöse Einrichtung wie der Friedens-Nobel-Preis aus dem USA-Präsidenten einen Friedensstifter.

In Hohenschönhausen waren nicht nur Rudolf Bahro, Jürgen Fuchs und Bärbel Bohley inhaftiert, sondern z.B. auch Spione, Terroristen, Nazi- und Kriegsverbrecher, Wirtschaftsverbrecher, Menschenhändler und andere Schwerstkriminelle. Die Gedenkstätte stellt sich dieser Geschichte nicht und behauptet auf ihrer Internet-Seite (Stand: 03.09.2011) dreist:  „Die Geschichte des Haftortes Berlin-Hohenschönhausen ist bisher nur unzureichend erforscht. Repräsentative Angaben über die soziale Zusammensetzung der Gefangenen oder über die Gründe und die Dauer ihrer Inhaftierung liegen nicht vor. Es ist nicht einmal genau bekannt, wie viele Häftlinge in Hohenschönhausen inhaftiert waren.“

Dabei liegen alle relevanten Unterlagen (Untersuchungsvorgänge des MfS, Haft- und Gesundheitsakten der Häftlinge, Gerichtsakten) seit mehr als 20 Jahren nahezu vollständig und jederzeit zugänglich vor.

Behauptungen, wonach das MfS gefoltert und an seiner Hochschule sogar Folterer ausgebildet habe sind durch keinerlei Fakten belegt und werden auch durch ständige Wiederholung nicht zur Wahrheit. Kein einziger ehem. Angehöriger des MfS ist nach 1990 wegen Folter angeklagt oder sogar verurteilt worden, obwohl das auch nach DDR-Recht jederzeit möglich war. Selbst Führer der Gedenkstätte zweifeln mittlerweile öffentlich an, ob die nach 1990 eingebauten (Karl May nachempfundenen) Wasserfolterzellen in Hohenschönhausen jemals existiert haben. Umwerfendes Gegenargument: es hätte ja so sein können!

 

Wolfgang Schmidt