Eberhard Esche beschreibt in seinem Buch "Der Hase im Rausch" (Aufbau Taschenbuch Verlag Berlin 2002, Seite 317 f.) bezogen auf das Wirken Goethes für ein anspruchsvolles Theater eine Spezies von Widerstandskämpfern wie folgt:

 

"…Nein, beliebt war der Mann nicht. Was für ihn spricht. Er war gefürchtet. Was nicht gegen ihn spricht.

Doch was Wunder, daß das die Widerstandskämpfer lockte. Widerstandskämpfer dieser Art aber entstehen nicht aus Gründen, die sich damit befassen, Verbesserungen des Lebens zu betreiben. Zwar geben sie das vor, und vielleicht meinen sie das auch, doch um das umzusetzen, was sei meinen, dafür fehlt ihnen, oberhalb des Meinens, der Überblick übers Ganze. Diesen Mangel aber wissen sie auszugleichen durch große Empfindsamkeiten, durch große Gefühligkeiten, durch das Vortragen des Unwägbaren. Und einem dräuenden, drängenden Wollen zum Unklaren. Sie verstehen sich als Individuen, wollüstige Aufmerksamkeiten erregend, wie sie einen, der sich die Verbesserung des Lebens in der Tat vornimmt, vernichten. Diese Arbeit aber ist sehr anstrengend, und darum wirken die Vertreter dieser Spezies meist ein wenig verdrossen. Ganz gleich, ob sie sich noch unterdrückt fühlen oder die vermeintliche Unterdrückung beseitigen ließen. Die aufgesetzte Verschwörermaske ist innen mit Haftpulver beschichtet. Die Verdrossenheit gehört einfach zu ihren ewigen inneren und äußeren Merkmalen. Deshalb sollte man sie im Grunde genommen nicht Widerstandskämpfer nennen, sondern die Verdrossenen…"